CD Rezension „Mit Sinn und Seele“

Mindener Tageblatt 7.Februar 2015

Sinn und Seele – Christlicher Liedermacher Martin Pepper präsentiert sein 20.Album
Von Rolf Graff

Als der erst 14 jährige Martin Pepper 1972 in der Mindener Musikszene auftauchte, ahnte wohl niemand, dass er 43 Jahre später bereits sein 20.Solo-Album veröffentlichen würde. Einige fragten sich damals. Ob er nicht zu jung sei. Die Antwort seiner Mitmusiker lautete: „Ja, aber er ist ein verdammt guter Pianist“. Mit sechs Jahren hatte Martin die ersten Klavierstunden und gewann später Preise bei „Jugend musiziert“.
Der Sinn des jungen Mannes aber stand nach Rockmusik. Er beobachtete, wie seine Bandkollegen mit Drogen umgingen und erlebte die spirituelle Welle, die über die damalige Jugend schwappte. Viele Mindener Musiker folgten damals einem indischen Guru und die Band, mit der er sein vorerst letztes Konzert in der Grille gab, nannte sich Spirit.
Grund für seinen Ausstieg aus der Szene war, dass er 1974 zum christlichen Glauben fand und Mitglied einer evangelischen Freikirche wurde. Schnell begann er Rockmusik und christliche Texte zusammenzubringen und präsentierte mit gleich gesinnten Musikern erste eigene Songs.
1975 begann er eine theologische Ausbildung, die ihn auch in die USA nach Dallas führte. Dort nahm er seine erste Schallplatte „Feel the touch“ auf und das gleich mit Musikern von „Diana Ross, Cher und Tom Jones“ und dem Dalls Symphonie Orchetra. 1982 wurde er in Berlin zum Pastor ordiniert, ging schon bald mit seiner Band JC Seven auf Tour, und viele seiner Songs tauchten auf Samplern und in Liederbüchern mit neuer Musik für Gottesdienste auf. 2000 wurde er von seinem Dienst als Pastor freigestellt und lebt seitdem von seiner Musik.
Während zwei seiner letzten Alben mit lateinamerikanischer Musik Martin Peppers musikalische Vielfalt betonten, zeigt das neue 20.Album „Mit Sinn und Seele“ mehrere seiner Stärken. Da ist die Liedermacher – Seite, bei der die fein ausgewogenen Texte sensibel ein Thema beleuchten. Der Titelsong setzt sich mit dem Sterben auseinander und empfiehlt, bewusst zu leben „mit Sinn und Seele lachen, genießen und feiern …“
In „Utopia ade“ nimmt er Abschied von unrealistischen Träumen. Das stärkste Statement setzt er mit „Du bist mehr“. Er beschreibt, dass die Wahrheit, die in Gott verborgen bleibt, größer ist als das, was wir verstehen und stellt fest: „Gott ist das meistmissbrauchte Wort … um Menschen klein zu machen, zu bedrohen.“
Dann sind da noch die gesungenen Gebete und Songs, die von der persönlichen Beziehung zu Gott handeln. „Wie Lieder entstehen“ verrät Martin Pepper in dem gleichnamigen Titel allerdings nicht, da er es selbst nicht sagen kann. Musikalisch zeigt er sich ganz auf der Höhe, vereint kompositorisch Pop und Soul-Jazz.
Gesanglich wird er von seiner begabten Tochter Jennifer unterstützt, und sein Klavierspiel, das im Vordergrund steht, wird durch Hanjo Gäblers schwelgende Hammond-Orgel bereichert, durch Uli Kringlers Gitarrenarbeit vollendet und durch Lars Hansen (Bass) und Heinz Lichius (Schlagzeug) rhythmisch getragen.

2 Kommentare

  1. War heute in Plauen auf Deinem Konzert. Möchte Musik von Dir. Außer die CD “Generationen” die hab ich schon. Hatte weder ec Karte noch Geld dabei… eure Musik ist irre!!!danke

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